Ein Abenteuer beginnt – die lange Vorgeschichte
Alles fing an, als Stefan im letzten Jahr mal mit der Stadt Hofheim telefonierte, ob es überhaupt noch Grundstücke zu verkaufen gäbe. Die Lage schien ziemlich aussichtslos und wir hörten auch ganz lang nichts mehr. Im April diesen Jahres schwebte dann eine Ausschreibung für zwei Grundstücke in der Gemarkung Langenhain ins Haus. Und das Grundstück sah so aus:
Was für eine Chance. Genau das Baugebiet, was uns schon immer gefallen hatte und diesmal sogar ein Grundstück, das uns gefiel. Nicht gerade ein Schnäppchen und nicht riesig, aber groß genug, ein freistehendes Haus darauf zu bauen. Ein Traumschloss entsteht im Kopf: Kinder im Baugebiet, ein großes Zimmer für Jonas, ein Gästezimmer, eine Sauna vielleicht?, ein Kamin? Die Vorstellungen werden immer wilder, aber erstmal heißt es bieten! Bieten? Ja, bieten, denn das Grundstück wird an den Meistbietenden verkauft. Tagelang diskutieren wir und können uns nicht entscheiden, bis letztendlich Stefan quasi auf die letzte Minute (um genau zu sein, abends um 23.45 Uhr) nach Hofheim fährt und im Rathaus das Angebot einwirft…
Zwei Wochen später erreicht uns die Nachricht, daß es eine zweite Bietrunde geben wird. Wir bieten das, was wir uns ursprünglich als Maximum errechnet hatten, haken nun die Sache wirklich ab und fahren in Urlaub. Endlich mal seit Wochen haben wir Ruhe und Entspannung – bis am dritten Tag die Stadt Hofheim in Holland im Urlaub anruft und sagt: „Ich dachte, Sie würden sich freuen, zu hören, daß Sie den Zuschlag für das Grundstück bekommen haben„. Andrea ist wie vom Donner gerührt, denn Sie hatte es schon immer „befürchtet“, das es klappen könnte. Die Entspannung weicht leider ab sofort den kreisenden Gedanken, was von nun an passieren wird…
„Was haben wir uns da nur angetan“, war sicherlich einer der Gedanken, die uns durch den Kopf gingen, aber die Vorraussetzung sind eigentlich genau die Richtigen:
- Jonas ist noch klein
- Dieter&Heike und Angela&Florian bauen mit der Fa. Junak, mit der sie zufrieden sind – auch wir haben ein gutes Verhältnis zu Herrn Junak in Gesprächen aufbauen können.
- es ist in Hofheim, wo wir bleiben möchten – nicht zu tief im Taunus, aber weit genug entfernt vom Krach…
Also, Augen zu und durch? Nein, erstmal wollen wir alles genau wissen!
Was kostet so was eigentlich?
- Was kostet uns das Grundstück mit allem drum und dran (und das d&d ist ganz schön viel)?
- Was kriegen wir eigentlich für unser Haus und wie und an wen verkaufen wir es und will es überhaupt jemand haben?
- Was kostet es denn, so ein Haus zu bauen?
- Und was nicht unwichtig ist: Können wir es uns leisten oder ist es illusorisch?
Also recherchierten wir, erstellten riesen Excel-Sheets auf … naja, die Details ersparen wir dem geneigten Leser, aber wir hatten unzählige Auf-und-Abs. Die Variablen waren dann eben doch zu viele, eine sichere Aussage zu treffen, aber da wir beide eben schon sichergehen wollten, mußten wir doch ein paar Angaben ermitteln.
Also trafen wir uns mit dem Architekten der Fa. Junak, Herrn Eisenhauer, mit dem wir eine Idee erarbeiteten, wie unser Haus aussehen könnte, errechneten, was wir für unser heutiges mit Liebe gestaltetes Haus erwarten würden und errechneten die Grundstück- und Finanzierungskosten.
Die erste Hausplanung und eine dicke Überraschung
Das Grundstück hat eine Breite von 14 Metern – man kann also 8 Meter breit bauen. Setzen wir die Hauslänge unseres heutigen Haus von 12,5 Metern als Basis für die Grundfläche, so ergeben sich 100qm – wow. Hundert Quadratmeter Wohnfläche und über 2 Ebenen sind 200 qm – das ist Wort, aber bei der ersten Besprechung mit Herrn Eisenhauer kam die Ernüchterung: Denn Mauern brauchen auch Raum und nicht zu wenig. Zieht man mal 15-20 % ab, kommt man eher in realistische Gefilde und prompt haben die zwei Ebenen „nur noch“ 160qm und das klingt eben doch ganz anders. Wir machen trotzdem weiter! Der erste Entwurf sieht dann dennoch schon ganz okay aus und die erste Kostenschätzung kann darauf auch erfolgen. Leider liegt die mit unseren Wünschen doch „etwas“ über dem Erwarteten und könnte man doch eher als „grenzwertig“ einstufen, wodurch die Kalkulation bei uns wieder von vorne beginnt.
Inzwischen haben wir auch Kontakt mit der Bank aufgenommen und haben diesmal bei der Sparda in Frankfurt eine wirklich gute Beraterin erwischt: Frau Vogt kann wärmstens empfohlen werden – überhaupt sind alle Ansprechpartner (Herr Schweda, Herr Weidmann), mit denen wir bisher zu tun hatten, dort nicht nur kompetent, sondern auch wirklich nett. Auch wenn die Sparda sicherlich von dem einen oder anderen Online-Anbieter bezüglich der Konditionen bestimmt unterboten wird, sind wir bis heute froh, daß wir aufgrund der komplexen Finanzierung es dann doch dort durchgezogen haben.
Viele Planungen später und der Hausverkauf
Letztendlich war doch ein Joker uns zu heiß: Was würden wir für unser Haus bekommen und mag überhaupt jemand unser liebgewonnenes Häuschen? Zum Einen wollten wir nicht unter Druck verkaufen und zum Anderen war es uns wirklich wichtig, liebe nette Käufer zu finden – irgendwie hängen ja doch Emotionen am Haus und zum Anderen sind wir es auch unseren Nachbarn schuldig, finden wir. Und schon begannen wir mal wieder zu schwanken, ob die Entscheidung, ein neues Haus zu bauen, richtig ist. Lange Rede, kurzer Sinn: Stefan erstellte ein Exposé und stellte es bei ImmoScout ein – übrigens ohne Andrea einzuweihen. 2 Tage bangen Wartens brachten erstmal nur zwei Makler auf die Reihe, aber Makler kamen für uns nicht in Frage! Basta! Auf einmal tauchten Sonntag abends einfach Leute vor unserem Haus auf (und das, obwohl unsere Nachbar nix wussten und erstmal auch nicht sollten, denn wir wollten sie ja nicht unnötig „beunruhigen“ :-).
Zum Glück hatten wir eine wirklich gute Resonanz und meist auch sehr nette Leute. In den engeren Kreis kamen zwei Paare und letztendlich haben wir uns für Judith und Thorsten (und Püppi) entschieden und wir alle glauben, daß das eine gute Entscheidung ist. Aber auf einmal wurde es ernst. Wir hatten jetzt ein Grundstück an der Angel, Käufer an der Angel und ein Haus, das wir bauen konnten, aber keinen einzigen unterschriebenen Vertrag – eine Gratwanderung.
Es wird ernst, aber jetzt gibt’s Probleme mit dem Grundstück
Das Grundstück ist zwar schön und gut, aber auf einmal taucht ein Gutachten auf, daß auf dem Grundstück und dem der potentiellen Nachbarn früher ein geteerter Tennisplatz vorhanden war. Obwohl dieser schon vor längerer Zeit abgetragen worden war, hatte der Gutachter Reste des Teers gefunden. Teer aber ist nicht gerade „ohne“. Also, gab es, angestossen durch die Familie Schäfer-Seng, die wir inzwischen mal persönlich kennengelernt hatten, wochenlange Gespräche und weitere Gutachten mit und von der Stadt Hofheim, vertreten durch Frau Wondrak. Letztendlich haben wir aufgrund der letzten Untersuchungen den Dreisprung gewagt: Wir sagten allen zu: der Stadt, Judith und Thorsten und der Fa. Junak (bis heute haben wir übrigens mit Herrn Junak nicht mehr als ein Handschlag!).
Wir müssen nächstes Jahr fertig sein
Seit ein paar Wochen wohnen wir also in „unserem“ Haus zur Miete und haben uns verpflichtet, Mitte nächsten Jahres tatsächlich auszuziehen. Das heißt:
„Lieber, lieber Herr Junak, lassen Sie uns nicht im Stich – wir müssen unbedingt Ende Juni mit dem Haus fertig sein!“
Der eine Meter und die Baugenehmigung und ein Erker
Also arbeiten wir nun mit Hochdruck an der Realisierung. Aber zunächst stellt sich heraus, daß wir doch nicht am Baufreigabeverfahren vorbeikommen, sondern durch die Baugenehmigung müssen, weil wir einen Meter näher an die Strasse möchten, um Jonas (und zugegebenermaßen uns) einen möglichst großen Garten zu geben. Und dummerweise ist das Baufenster vier Meter von der Strasse entfernt und nicht, wie üblich, drei Meter. Der Magistrat sagte zwar dank der netten Unterstüzung von Frau Domke bei der Stadt zu, aber trotzdem mußte es beim Kreis genehmigt werden – superärgerlich!
Dadurch war der eingeplante Puffer nun weg, da auf einmal im Raum stand, daß es drei Monate Warten bedeutete und eventuell sogar noch mehr. Das Bibbern begann und auf einmal begannen die „Dinge“ des Bauamtes vor denen auch Thilo uns schon gewarnt hatte…
Da wir vor hatten, ein Haus zu bauen, daß nicht nur quadratisch, praktisch, gut ist, sondern das sich auch unsere Nachbarn gerne anschauen, haben wir letztendlich einen kleinen „Erker“ von 50cm in die Linke Seite des Hauses konstruieren lassen. Das kann ja kein Problem sein, denn das ist ja ein „untergeordnetes Bauelement“, was aus unserer Sicht auch in das Baufenster reinragen darf. Da hatten wir (und unser Architekt) aber die Rechnung ohne das Bauamt gemacht. Tagelange Diskussionen zwischen Bauamt und Architekt und Rückfragen beim Regierungspräsidium Darmstadt haben uns Wochen(!) gekostet, um zu entscheiden, was ein Erker ist und was nicht und was gebaut werden darf und was nicht. Letztendlich haben wir eine Einigung mit dem Bauamt erzielen können (zum Glück für uns und unsere Nachbarn). Wenn dann nicht am Ende die Aussage gekommen wäre, man hätte das Ganze ja eigentlich sowieso nicht prüfen müssen…
Übrigens haben wir auch unsere Nachbarn zur Linken schon kennengelernt: Liebe Grüße von hier aus auch an die Familie Seidenfaden!
Nun sind wir praktisch in Wartestellung und scharren mit den Hufen, denn die Zeit läuft uns weg… Wir warten „nur noch“ auf die Baugenehmigung.