Ja, ich bin der Jonas. Die eine nennt mich 'Rübe' (den anderen Spitznamen verschweige ich lieber, aber Eingeweihte Wissen schon, was ich meine), der andere 'Krümel', aber am besten passt, finde ich, 'Sonnenschein', weil ich immer so strahle! Beim Strahlen fällt auch mir ein, dass ich am 12.4.2005 das Licht der Welt erblickt habe und seitdem eigentlich ganz glücklich mit der Welt bin. Ist 'n klasse Hotel hier: Kost und Logis frei, die meisten rennen sofort, wenn ich mal wirklich einen Muckser von mir gebe und mein Bett und Essen krieg ich auch gemacht (Zugegeben: Inzwischen muss immer häufiger mit Mama und Papa drüber diskutieren). Echt gut finde ich, dass man mich hin- und herträgt, wenn ich genug weine und wenn's mal ein bisschen weiter ist, sogar gefahren werde.
Überhaupt komme ich mir vor wie der King persönlich. Überall wo wir hingehen, werde ich bestaunt und beschenkt. So kann man's aushalten. Hoffentlich bleibt das so - aber eigentlich bin ich ganz bescheiden. Und sowieso soll ja alles anders geworden sein, seit dem ich da bin. Nichts stimmt mehr: Mama hat den Schwerpunkt von der Arbeit auf mich gelegt, Papa kommt früher nach Haus (er steht jetzt früher und bleibt länger auf), unser Auto ist jetzt auf einmal anders, wir haben auf einmal ein ganz anderes Haus und ich hab sogar am Anfang meiner Karriere die Nacht zum Tag gemacht.
Aber mit der Zeit habe ich gelernt, zu krabbeln, zu laufen, zu sprechen und das finde ich auch ziemlich gut. Anfangs haben meine Eltern ja noch gedacht, dass ich das nie lerne. Bei den meisten Sachen nehme ich mir dann doch einige Zeit, aber gut Ding will eben Weile haben -"Eile" wäre ihnen wohl machmal an dieser Stelle doch lieber...
Inzwischen habe ich, mit einem kleinen Abstecher in eine Kita, auch den Weg zum Kinderhaus geschafft. Bei mir nennt man das Kinderhaus - find ich auch gut so, ich will ja nicht den ganzen Tag in einem "Garten" spielen. Die Erzieherinnen dort sind echt klasse und bringen uns viel bei. Wir haben dort einen Werkraum, ein Kinderküche und einen großen und kleinen Montessori-Raum mit viel Arbeitsmaterial. Dort habe ich meine Freunde: Besonders Maximilian, Paikea, Kjell und Vincent haben es mir besonders angetan. Die kenn' ich ich ja auch schon ziemlich lange. Wenn mir mittags langweilig ist, geht Mami dann oft noch mit mir woanders hin: Zu anderen Kindern, in die Musikschule oder zum Turnen. Mal schauen, was in der Zukunft daraus noch alles entstehen wird.